Schlechte Chefs treiben Mitarbeiter ins Burnout

( 28. April 2015) von Claudia Landolt - Nicht Manager, sondern deren Mitarbeiter leiden häufig an Burnouts. Besonders Frauen sind betroffen. Grund ist schlechter Führungsstil.

Manager haben viel Stress. Doch überraschenderweise führt dies bei ihnen vergleichsweise selten zu psychischen Erkankungen wie Depressionen oder Burnouts. In einer Untersuchung des Gallup-Instituts unter 73'639 Berufstätigen aus den USA, der Schweiz und Österreich gaben nur 3,8 Prozent der Manager an, an einer Depression zu leiden. Dagegen litten die Angestellten der Manager am häufigsten unter Stress-, Müdigkeits- und Unruhezuständen. In der Schweiz gaben rund 6 Prozent der Büroangestellten an, unter Stresssymptomen oder gar Depressionen zu leiden. Besonders häufig sind es Frauen.

Fehlende Anerkennung und grosser Druck

Ein weiterer Grund: «Frauen bekommen nicht die Anerkennung, die sie verdienen», sagt Clivia Koch. Frauen würden gerne für ihre Leistung gelobt. Ausserdem sei die härtere Wirtschaftslage auch in den klassischen Büroberufen spürbar. «Je schlechter es einem Unternehmen geht, desto härter wird der Führungsstil», so Koch.

Und zwischen schlechtem Führungsstil und ausgebrannten Unterstellten gibt es einen Zusammenhang. In einer Studie des Deutschen Führungskräfteverbandes gaben die 360 Befragten «wachsende Arbeitsverdichtung» und «Termindruck» an. «Fehlende menschliche und soziale Anerkennung durch Vorgesetzte» war der drittwichtigste Grund für Burnout-Fälle.

Frauen sind dienstleistungsbezogen

Damit hätten gerade Frauen Mühe, weil sie sehr dienstleistungs- und personenbezogen seien. Kommt zur mangelnden Anerkennung und dem autoritären Führungsstil noch die Kontrollsucht des Chefs dazu, werde der Stress sehr gross. «Nur wenige Frauen schaffen es, eine E-Mail am Wochenende zu ignorieren», weiss Koch. Sie fühlten sich verpflichtet zu antworten. «Wenn die Kinder schreien, sind die Frauen gleich zur Stelle.» Beim Chef sei das nicht anders.

Die Anforderungen an kaufmännische Jobs sind im Vergleich zu früher zudem deutlich gewachsen. «Auch von Personen auf tieferen Hierarchieebenen wird heute vermehrt erwartet, vernetzt und unternehmerisch zu denken und zu handeln», erklärt Manuel Keller, Leiter Beruf und Beratung KV Schweiz. Die Situation, dass Konflikte, die aufgrund von Führungsschwäche schlecht angegangen werden, in der Tendenz häufiger zu Stresssituationen bei Mitarbeitenden führen, sei bekannt.

Schneller Jobwechsel nicht möglich

«Auch unklare Kompetenzregelungen, Funktionsbeschreibungen, fehlende Anerkennung, überbordende Arbeitslast und Mobbing oder Bossing führen zu Stressbelastungen bei den Mitarbeitenden», so Keller.

Nicht selten haben die Frauen davon irgendwann genug und machen sich selbständig. 2013 wurde jedes vierte Unternehmen laut einer Erhebung der Gründerplattform Startups.ch von einer Frau gegründet. 1993 waren es lediglich fünf Prozent.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Schlechte-Chefs-treiben-Mitarbeiter-in-den-Burnout-22529486

Die Deutschen leiden unter einer Wochenend-Neurose

(24. April 2015) Regelmäßig fällt die Republik in den "Weekend Blues": Viele Deutsche finden an freien Tagen keinen Ausweg aus dem Stress der Arbeitswoche. Vor allem zwei Kriterien entscheiden, ob Sie gefährdet sind.

"Das Wochenende ist die große Zeit des Terrors", schreibt "Welt"-Kolumnist Hans Zippert. Recht hat er. Denn nicht nur "Party-Terror, Grill-Terror oder Familien-Terror" fordern ihren Tribut. Es ist auch der Arbeitsstress der Werktage, der am Wochenende ganz besonders brutal zuschlägt. Die Hamburger Kollegen Maennig, Steenbeck und Wilhelm können für Deutschland mit Hilfe sorgfältig ausgeführter Mikrodatenanalysen nachweisen, dass Männer stärker als Frauen und besser Gebildete eher als geringer Qualifizierte von der Sonntagsneurose betroffen sind. Schlimmer noch: Viele hoch gebildete Führungs- und Fachkräfte finden überhaupt keinen Ausweg mehr aus dem werktäglichen Hamsterrad – nicht einmal an Frei- oder Feiertagen. Sie sind im Dauerstress, in einem "Weekend Blues", der das ganze Wochenende vermiest.

Anders als Männer sind Frauen durch den Wochenendterror weniger gestresst. Die Arbeit der kommenden Woche führt bei gebildeten Frauen lediglich sonntags, nicht jedoch samstags zu einer verschlechterten Stimmung. Allerdings sind viele weniger gebildete Frauen am Samstag schlecht gelaunt. Vielleicht ist diese Unzufriedenheit aber weniger der (kommenden) Arbeitswoche geschuldet als dem Fakt, dass weniger hoch gebildete Frauen in der Regel auch in schlechter bezahlten Jobs beschäftigt werden. Das kann dann oft dazu führen, dass sie samstags – wenn sie alleinstehend sind – jene haushaltsnahen Dienstleistungen wie Putzen oder Waschen zusätzlich selber zu bewältigen haben, die besser Verdienende die Woche über durch andere erledigen lassen.


Warnung vor dem "Montagsauto"

Eine Sonntags- oder gar Wochenendneurose kann nicht gut sein – weder für die Betroffenen noch die Wirtschaft. Nicht nur, weil das Nichtabschalten allen biblischen Ermahnungen zuwiderläuft. Auch aus arbeitsmedizinischer Perspektive schadet eine Dauerbelastung der Produktivität und damit den Interessen aller. Denn niemand kann immer unter Hochspannung stehen. Ohne Pausen und arbeitsfreie Zeiten droht früher oder später ein Ausbrennen, schwinden Lust, Leidenschaft, Leistungsfähigkeit. Auch die Warnung vor dem berüchtigten fehlerhaften "Montagsauto" dürfte ihre Berechtigung haben. Sie gilt selbst dann noch, wenn Autos kaum mehr von Menschenhand, sondern Robotern gefertigt werden, bei denen bislang keine wochentags bedingte Neurose nachgewiesen werden konnte, weder sonn- noch feiertags. Denn irgendwo in der Wertschöpfungskette bleiben Menschen montags immer eingebunden. So haben die britischen Forscher Abu Bakar, Siganos und Vagenas-Nanos in einer 2014 veröffentlichten Untersuchung festgestellt, dass der Montag nicht nur in der Industrie, sondern auch auf den Finanzmärkten ein "schlechter" Tag sei. Montags seien Anleger pessimistischer und entsprechend zurückhaltender beim Investieren.


Gestresst am Monatsende

Schließlich gibt es eine ganze Reihe anderer Stimmungsschwankungen, die durch den Kalender und den Monats- oder Jahresrhythmus mitverursacht werden. So sind Geringverdiener in Deutschland gegen Monatsende hin gestresst, wenn das Geld in der Haushaltskasse knapp wird – ein Effekt, der Besserverdienenden erspart bleibt. Und in Skandinavien fühlen sich die Menschen in der dunklen Jahreszeit dramatisch viel unglücklicher als im Sommer.
Besteht des Wochenendterrors wegen (politischer) Handlungsbedarf? Ja, wenn auch nicht in Form neuer Gesetze oder zusätzlicher Regulierungen. Aber Unternehmen wären im eigenen Interesse gut beraten, offensiv und aktiv gegen die Sonntagsneurose bei den Führungs- und Fachkräften vorzugehen. Menschen brauchen Auszeiten, um sich zu erholen und ein immer länger werdendes (Arbeits-)Leben erfolgreich, zufrieden und glücklich bewältigen zu können.

Im Zeitalter der demografischen Schrumpfung und Alterung, in dem gebildete, hoch motivierte, leistungswillige und -fähige Mitarbeiter zum Schlüsselfaktor für den betrieblichen Erfolg werden und die Lebensarbeitszeit steigen sollte und nicht fallen darf, ist ein Burn-out nicht nur ein persönliches Desaster.

Es ist eine (sozio-)ökonomische Katastrophe, die allen schadet: den Betroffenen, den Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt. Deshalb lohnt es sich, auf allen Ebenen und zu allen Zeiten dagegen anzukämpfen – nicht nur sonntags oder am Wochenende, wenn auch da ganz besonders.

http://www.welt.de/wirtschaft/article139965750/Die-Deutschen-leiden-unter-einer-Wochenend-Neurose.html

Fehlende Wertschätzung steigert Stressempfinden

(16. April 2015) Der meiste Stress im Arbeitsalltag ist menschlich bedingt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von InLoox, Hersteller von Projektmanagementsoftware, unter rund 220 Teilnehmern. Demnach sind belastende Umstände wie parallel zu bearbeitende Projekte oder die E-Mail-Flut nicht die Hauptursachen von Stress im Beruf. Stattdessen steigert vor allem ein Mangel an Wertschätzung das subjektive Stressempfinden. Dabei gilt: Vorgesetzte sind zufriedener als Angestellte.

Die Volkskrankheit Burn-out ist ein Schreckgespenst für viele Berufstätige, denn im Berufsalltag lauern viele Ausbrenner. Welche sind die größten Risikofaktoren und welche Stellschrauben gilt es zu drehen, um eine gesunde Balance zwischen erfülltem Arbeitsleben und entspannter Freizeit zu schaffen? Dieser Frage ging InLoox in einer Umfrage unter rund 220 Teilnehmern, vornehmlich aus den Branchen IT/Telekommunikation und Marketing/Medien, nach.

Auffallend ist das Ergebnis, dass diejenigen, die keine Vorgesetzten über sich haben, zufriedener mit ihrer Arbeitssituation sind als die Teilnehmer, die unter Vorgesetzten arbeiten, im Folgenden „Mitarbeiter“ genannt. Nahezu alle befragten Vorgesetzten bzw. Selbstständigen (98 Prozent) gaben an, ihre Arbeit als wertgeschätzt zu empfinden. Bei den Mitarbeitern war es mit rund 80 Prozent ein kleinerer Anteil. Eine sehr deutliche Diskrepanz zeigt sich bei der Wertschätzung in monetärer Hinsicht: 85 Prozent der Vorgesetzten sind mit ihrem Gehalt zufrieden, hingegen nur rund 60 Prozent der Mitarbeiter.

Auch bei der Beurteilung von Arbeitsbelastung, Zeitdruck, erfolgreicher Konfliktlösung und dem Übergreifen von Stress in private Lebensbereiche ist die Position der entscheidende Faktor. Vorgesetzte beurteilen diese Aspekte auffallend positiver als Mitarbeiter.

Fehlende Wertschätzung steigert Stressempfinden

Wie die Umfrage ergab, ist die wahrgenommene Wertschätzung geleisteter Arbeit ein entscheidender Faktor für das subjektive Stressempfinden: Wer das Gefühl hat, dass die eigene Arbeit nicht geachtet wird, ist gestresster. Vor allem auf das Privatleben hat die fehlende Anerkennung negative Auswirkungen: Die große Mehrheit (80 Prozent) derjenigen, die keine Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren, gibt an, dass ihr Beruf negative Auswirkungen auf ihr Privatleben hat. Fühlt man sich wertgeschätzt, liegt dieser Wert deutlich niedriger: rund 50 Prozent sehen negative Auswirkungen.

Jeder zweite Mitarbeiter fühlt sich unter Zeitdruck

Die gefühlte Arbeitsbelastung ist gerade auf Seiten der Mitarbeiter relativ hoch. Nur jeder zweite Mitarbeiter hat das Gefühl, ausreichend Zeit für alle wichtigen Aufgaben zu haben. 60 Prozent der Befragten verbringen zwischen eineinhalb und zweieinhalb Stunden pro Tag damit, ihre E-Mails zu bearbeiten und nur fünf Prozent der Befragten können sich auf nur ein Projekt konzentrieren. Alle anderen bearbeiten mehrere Projekte parallel. Immerhin jeder fünfte Mitarbeiter gab an, dass er bzw. sie sich bereits erschöpft fühlt, bevor der Arbeitstag überhaupt begonnen hat. Nur drei Prozent der Vorgesetzten haben dieses Gefühl. 19 Prozent der Mitarbeiter und 12 Prozent der Vorgesetzten fürchten, irgendwann ein Burn-out zu erleiden.

Vorgesetzte sind zufriedener mit sich selbst

Vorgesetzte sind mit ihrem Erfolg zufriedener als Mitarbeiter: Rund 70 Prozent geben an, lohnende berufliche Ziele erreicht zu haben, während nur 45 Prozent der befragten Mitarbeiter dies angeben. Eine hohe Erwartungshaltung an sich selbst ist hingegen bei den Mitarbeitern weiter verbreitet (66 Prozent) als bei den Chefs (50 Prozent). Auch bei der Beurteilung der eigenen Arbeitsleistung sind die Mitarbeiter häufiger unzufrieden: 45 Prozent gaben an, sich vor einigen Jahren noch produktiver gefühlt zu haben. Nur 30 Prozent der Vorgesetzten empfinden das so.

Wie sind die Ergebnisse zu interpretieren?

Dr. Tatjana Reichhart, Oberärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am Centrum für Disease Management (CFDM) der Technischen Universität München, erklärt die Ergebnisse auf Basis der Befunde ihrer wissenschaftlichen Studien: „Die Erkenntnis, dass Vorgesetzte im Allgemeinen beruflich zufriedener sind und weniger Stress empfinden, findet sich auch in einigen anderen wissenschaftlichen Studien und lässt sich anhand dreier Faktoren erklären. Zum einen haben Führungskräfte mehr Handlungsspielraum und sind weniger abhängig von der Wertschätzung Vorgesetzter. Mangelnde Wertschätzung ist mit einem erhöhten Risiko für Burnout bzw. psychische Belastungen assoziiert, wie ja auch die vorliegende Umfrage deutlich zeigt. Des Weiteren sind Führungskräfte tendenziell älter und haben mehr Berufserfahrung. Diese beiden Merkmale sind mit einem niedrigeren Burn-out-Risiko assoziiert, sie scheinen für Gelassenheit zu sorgen. Ein weiterer Grund für das geringere Stressempfinden bei Vorgesetzten kann sein, dass sie eben bereits Führungskräfte sind und nicht den Druck verspüren, sich für den nächsten Karriereschritt „verausgaben“ zu müssen. Die Befunde bedeuten jedoch nicht, dass Führungskräfte generell kein Risiko hätten, psychisch krank zu werden bzw. ein Burn-out zu bekommen. Gerade Führungskräfte in „Sandwich-Positionen“ können stark belastet sein.“

Dr. Andreas Tremel, Geschäftsführer von InLoox: „Die Untersuchung zeigt, dass es das Gefühl der Selbstbestimmtheit und der Anerkennung ist, das selbst hohe berufliche Anforderungen erträglich macht und Stress vorbeugt. Das ist ein deutliches Signal für Manager und Teamleiter: Die menschliche Komponente ist ganz entscheidend, wenn man gute Mitarbeiter halten will. Aber auch die Mitarbeiter selbst sollten sich nicht schämen, eine Bestätigung ihrer guten Arbeit zu verlangen.“

Das White Paper zur Umfrage inkl. Grafiken finden Sie unter: http://bit.ly/1Cwpd4t

Seelisches Heil für ein gesundes Leben

(09. April 2015) Nach der Ansicht der Weltgesundheitsorganisation ist auch seelisches Heil für ein gesundes Leben essentiell. Depressionen, Burn-out, Gefühl von Einsamkeit, hoher Druck und Stress gehören zu den großen gesundheitlichen Problemen unserer Gesellschaft. "Energiearbeit" ist eine Möglichkeit, diesen Leiden entgegenzutreten. Marc Bendach sieht Symptome dafür, dass immer mehr Menschen unter Burn-out leiden.

Für Marc Bendach, Entspannungstherapeut im Unfallkrankenhaus Berlin, besteht die seelische Gesundheit aus körperlicher, emotionaler, mentaler und spiritueller Gesundheit. Die Seele sei "der wahre Kern des Menschen, das Geistige". Nach seinen Erfahrungen gebe es immer öfter Syndrome für Burn out, was mit den steigenden Belastungen im Berufsalltag zu tun habe. Die Arbeit werde immer vielschichtiger, es gebe immer mehr Wettbewerb zwischen den Betrieben und zwischen den Mitarbeitern.

Viele Menschen hätten verlernt, auf ihre körperlichen Signale zu achten, meint Bendach. Professionelle Beratung sei sinnvoll, wenn jemand immer mehr Unlust empfinde und gereizter auf Stress reagiere. Zu Behandlungen nach der Reiki-Methode sagte Bendach, in den Behandlungen werde der ganze Mensch angesprochen. Dadurch könnten auch alte Traumatas noch einmal bewusst werden.

http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/int/201504/07/218475.html