Burnout: Deutschland – völlig ausgebrannt?

(12. Juli 2015) Ärzte diagnostizieren immer öfter psychische Störungen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Die Folge: Längere Auszeiten und früherer Renteneintritt. Eine große Herausforderung für Wirtschaft und Gesundheitssystem.
Depressionen und Burnout scheinen zur neuen Modekrankheit geworden zu sein. Vor allem Rentner und ältere Arbeitslose sind betroffen. Das zeigen aktuelle Analysen des BKK Bundesverbands. Die regionalen Unterschiede sind groß. Dies wirft auch die Frage auf, ob Menschen die Krankheitsdiagnose Depression zunehmend nutzen, um vorzeitig aus der Tretmühle des Arbeitsmarktes in die Rente zu wechseln – also psychische und soziale Not bei diesem Krankheitsbild oftmals Hand in Hand gehen. Dafür spricht, dass auch die Zahl der Frührenten wegen psychischer Erkrankungen stark zunimmt. Und ein weiterer Umstand wirft Fragen auf: Nach aktuellen epidemiologischen Studien gibt es heute nicht mehr psychische Erkrankungen als etwa 1998. Trotzdem wird die Krankheit viel häufiger von Ärzten diagnostiziert.
Die Auswertung der Daten von 4,8 Millionen Versicherten der Betriebskrankenkassen im aktuellen Gesundheitsatlas des BKK-Bundesverbands, belegen einen dramatischen Befund: Während in den 1970er-Jahren nur zwei Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage mit ärztlichem Attest auf eine psychische Erkrankung zurückgingen, sind es heute rund 15 Prozent. Die Zahlen haben sich versiebenfacht. Selbst gegenüber 2003 haben sich die Krankentage mehr als verdoppelt. Hinzu kommt, die betroffenen Patienten fallen immer länger aus. Die Krankheitsdauer stieg in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent. Im Durchschnitt dauern seelische Erkrankungen 39 Tage je Fall. Affektive Störungen, zu denen Depressionen zählen, machen einen Großteil psychischer Diagnosen aus: Die Ausfallzeit ist hierbei im Schnitt sogar 58 Tage je Fall.

Die Entwicklung bedeutet eine gigantische Herausforderung für das Gesundheitssystem. Gerade erst wurde mit dem Versorgungsstärkungsgesetz, das am kommenden Freitag wahrscheinlich vom Bundesrat verabschiedet wird, die Bedarfsplanung für Psychotherapeuten neu justiert, um den wachsenden Behandlungsbedarf wenigstens teilweise zu decken.

Schon heute klagen Patienten über monatelange Wartezeiten, bis sie einen Behandlungstermin erhalten. Noch schwieriger ist es oft einen freien Platz in einer psychiatrischen Klinik oder einem auf psychische Störungen spezialisiertem Rehabilitationszentrum zu erhalten. Es entstehen aber auch Kosten bei den Unternehmen, die zunehmend durch Burnout-Erkrankungen der Mitarbeiter verursacht werden.

„Gründe genug, den Ursachen etwas stärker auf den Grund zu gehen“, so Franz Knieps, Chef des BKK-Bundesverbandes. Knieps hat Frank Jacobi von der psychologischen Hochschule Berlin gebeten, die Ergebnisse aus der Auswertung der Routine-Behandlungsdaten der Betriebskrankenkassen mit den Forschungsergebnissen der Wissenschaft abzugleichen, die sich auf die systematische Befragung von repräsentativ ausgewählten Stichproben der Bevölkerung stützen.

Autor: Peter Thelen
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/burnout-deutschland-voellig-ausgebrannt/12034400.html

Ärger steht Männern ins Gesicht geschrieben

(09. Juli 2015) Männern sieht man Ärger an – Frauen weniger. Das ist das pointierte Fazit einer international publizierten Studie unter Beteiligung von Wissenschaftern der Webster Vienna Private University. Darin wurde der Einfluss von beruflichem Status und dem Geschlecht auf unsere Wahrnehmung emotionaler Gesichtsausdrücke identifiziert. Interpretiert wurde die durch unsere Erwartungshaltung beeinflusste Wahrnehmung der sozialen Interaktion von Vorgesetzten und Untergebenen sowie der beiden Geschlechter.

Hintergrund der Studie, die an der Webster Vienna Private University von Prof. Marc Méhu am Department of Psychology betreut wurde, ist die Tatsache, dass verschiedene berufliche Führungsstile auch durch Gesichtsausdrücke umgesetzt werden. Doch die Wahrnehmung solcher Führungssignale hängt durchaus von der beruflichen Position und dem Geschlecht ab – und das sowohl beim Sender als auch beim Empfänger dieser Signale. Ein durchaus komplexes Beziehungsgeflecht also, das bisher wenig untersucht wurde. Ein besseres Verständnis ist aber durchaus wichtig, wie Prof. Méhu darlegt: "Unser Gesicht drückt nicht nur Emotionen aus, sondern ist auch ein wichtiges Steuerungsinstrument für den Umgang mit Mitmenschen. So beinflusst er in einer Arbeitsplatzumgebung auch das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen – und wirkt sich so auf Jobzufriedenheit, Arbeitseinsatz, Krankenstand und Burnout-Gefährdung aus."

Gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Patrick A. Stewart von der University of Arkansas und Prof. Frank K. Salter von Social Technologies Ltd. untersuchte Prof. Méhu daher ganz systematisch den Einfluss von Geschlecht und Hierarchiestatus auf unsere Wahrnehmung ausgesuchter Gesichtsausdrücke. Die grundsätzliche Frage, die dabei gestellt wurde, war, inwieweit ein bestimmter – bildlich dargestellter – Gesichtsausdruck einer ihm entsprechenden Emotion (Überraschung, Glücklichsein, Traurigkeit, Angst, Ärger, Missfallen) korrekt zugeordnet werden konnte.

Ärger ist Männersache

Die Ergebnisse der Studie sind dabei vielschichtig und überraschend. So zeigte sich im Bezug auf die hierarchische Position, dass die Gesichtsausdrücke von Vorgesetzten grundsätzlich tendenziell besser und eindeutiger identifiziert wurden als die von Untergebenen. Wenn es um Geschlechterrollen ging, ergaben die Ergebnisse, dass der Ausdruck von "Ärger" bei männlichen Vorgesetzten klar eindeutiger identifiziert werden konnte als bei Frauen. Zu der Ursache dieser geschlechterabhängigen Erkennbarkeit von Ärger erläutert Prof. Méhu: "Hierarchien und Wettbewerb sind für Männer wichtige Dimensionen ihrer sozialen Interaktion. Der Ausdruck von Ärger ist dabei ein bedeutendes Mittel. Frauen hingegen sind in ihren sozialen Interaktionen mehr auf die Stabilität des sozialen Umfelds fokussiert. Ärger zum Ausdruck zu bringen, trägt wenig dazu bei. Diese Konzepte beeinflussen unsere Erwartung an den Ausdruck von Emotionen der jeweiligen Personen. Wir erwarten den Ausdruck von Ärger ganz einfach eher von einem männlichen als von einer weiblichen Vorgesetzten – und interpretieren deren Gesichtsausdrücke entsprechend." Bestätigung erhielt diese Erklärung der Ergebnisse auch durch eine weitere Beobachtung des Teams um Prof. Méhu: Der Ausdruck von "Traurigkeit" – einem Signal für Empathie und Sorge – wurde völlig unabhängig vom beruflichen Status bei Frauen eindeutig klarer identifiziert.

Generell, so zeigte die Studie weiter, waren aber Geschlechterunterschiede bei der Interpretation von Gesichtsausdrücken eher erkennbar, wenn diese von Untergebenen gezeigt wurden. Konkret wurde der Ausdruck von "Angst" bei männlichen Untergebenen eindeutiger identifiziert als bei weiblichen. Dass "Missfallen" gezeigt wurde, war hingegen bei weiblichen Untergebenen klarer erkennbar als bei männlichen.


Insgesamt zeigt die Studie ein differenziertes Bild über die Interpretation von Gesichtsausdrücken in Abhängigkeit von Geschlecht und beruflichem Status. Gerade diese Differenziertheit ist es, die für Prof. Méhu die Bedeutung dieses Forschungsgebiets ausmacht: "Unternehmen können nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn Konkurrenzdenken zwischen Kollegen durch positive und konstruktive Zusammenarbeit ersetzt wird. Das richtige Interpretieren von Emotionen ist dabei wesentlich. Wie diese Interpretation aber vom Geschlecht und Status abhängt war bisher kaum bekannt. Unsere Arbeit hat dazu nun einen wichtigen Beitrag leisten können."


Publikation
Sex and Leadership: Interpreting Competitive and Affiliative Facial Displays Based on Workplace Status. Patrick A. Stewart, Marc Méhu & Frank K. Salter. International Public Management Journal, 18(2), pages 190–208, DOI: 10.1080/10967494.2014.996626

http://www.webster.ac.at

vhelp.de verzeichnet mehr als 2.300 Mitglieder nach nur 3 Monaten

(22. Juni 2015) Mehr als 2.300 Mitglieder zählt aktuell der seit 03. März 2015 eingetragene Verein vhelp.de - Vertreter helfen Vertretern. Am 17. Juni traten alle in der Region Nordost in einer Vertretervereinigung organisierten Allianzvertreter vhelp.de bei. Der Verein bietet seinen Mitgliedern mit einer  kostenfreien und rund um die Uhr erreichbaren Personal Support Line kompetente Hilfe bei arbeitsbezogenen, emotionalen und privaten Problemen.
Immer häufiger klagen Berufstätige, insbesondere Selbstständige, über Stress und zunehmende psychische Belastungen. Burnout oder andere Formen von Erkrankungen führen zu Langzeitausfällen, zu Existenzangst bis hin zum geschäftlichen Exitus. Auch das private Umfeld bleibt von den Auswirkungen nicht verschont. Einige größere Unternehmen beauftragen externe Unternehmen, die sich auf externe Mitarbeiterberatung EAP (Employee Assistance Program) spezialisiert haben oder stellen entsprechend geschulte Psychologen ein. Für kleinere Unternehmen, wie Handels- oder Versicherungsvertreter, Freiberufler oder andere Selbständige sind solche Lösungen schon aus Kostengründen kaum realisierbar. Deshalb entschlossen sich Ende September 2014 neun Vertreter und Partner der Allianz Versicherung dazu, den Verein vhelp.de zu gründen, um Kleinunternehmern dabei zu unterstützen, Probleme zu lösen.
Der Verein vhelp.de bietet unter anderem bei allen emotionalen Problemen eine kostenfreie Personal Support Line (PSL) und ggf. bis zu 8 Therapiesitzungen in regionaler Nähe des Anrufers. Der Service wird von einem unabhängigen und darauf spezialisierten EAP Unternehmen geleistet, das bereits seit 1987 weltweit über 2.000 Unternehmen mit mehr als 4,5 Mio. Mitarbeitern unterstützt. Mit der PSL haben vhelp.de Mitglieder rund um die Uhr direkten Zugang zu einem qualifizierten Telefonberater, der ihnen uneingeschränkt für Gespräche, Unterstützung und Beratung bei privaten und arbeitsbezogenen Anliegen zur Verfügung steht. Bei Bedarf kann auch innerhalb kürzester Frist eine persönliche Beratung vor Ort bei ausgewählten Therapeuten und Psychologen vereinbart werden.
Dazu Sven Körber, Vorstandsvorsitzender vhelp.de: „Offensichtlich treffen wir mit unserem in Deutschland einzigartigen Angebot für kleine und mittelständische Unternehmer, Freiberufler und Vertreter auf den Punkt. Bei uns muss sich niemand outen und lange Wartezeiten in Kauf nehmen, bis eine Therapie überhaupt beginnt. Die Personal Support Line ist immer erreichbar und für Mitglieder und deren Familienangehörige kostenfrei.“

Burnout-Coaching: Prävention statt Eskalation

(15. Juni 2015) „Mir geht es nicht gut und ich habe das Gefühl, wenn ich so weitermache, lande ich früher oder später im Burnout.“ So oder so ähnlich beginnen viele der Kontakte von Maria Dahms mit ihren Klienten. Als zertifizierter Burnout-Coach und Stressmanagement-Trainerin hat sie in den letzten Jahren schon viele Menschen unterstützt, wenn es um erfolgreiches Stressmanagement und Burnout-Prävention ging.
 
 Menschen mit einem Burnout-Syndrom befinden sich in einem Zustand totaler körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung. Die Symptome sind vielfältig und individuell verschieden. Ein Burnout kommt nicht über Nacht, sondern ist ein langsamer und schleichender Prozess, der in mehreren Phasen verläuft.
 Gerade sehr engagierte Menschen, die zum Perfektionismus neigen und in allen Bereichen ihres Lebens ihr Ganzes geben, überschreiten häufig ihre Leistungsgrenze und haben deshalb ein erhöhtes Risiko, auszubrennen. Oft ignorieren sie über lange Zeit Belastungssignale wie z.B. Magenprobleme, Schlafstörungen, Kopf- oder Rückenschmerzen bis am Ende der Akku ganz leer ist und gar nichts mehr geht.
Damit es erst gar nicht so weit kommt ist es wichtig, frühzeitig gegenzusteuern. „Es gibt nur eine Möglichkeit, sich vor einem Burnout zu schützen und die heißt PRÄVENTION“, so der eindringliche Apell von Maria Dahms. „Wer Feuer und Flamme ist, kann auf Dauer ausbrennen - wenn er nicht achtsam ist und sich vor Überhitzung schützt.“
 
 Coaching bietet einen geschützten und vertraulichen Raum, um einen Prozess der Selbsterkenntnis und des Umdenkens einzuleiten. „Manchmal verbrennen Menschen ihre Energien mit Verhaltensweisen und Einstellungen, bei denen sie langfristig auf der Strecke bleiben. Sie geraten in einen Strudel von Druck und Stress und fühlen sich irgendwann nur noch erschöpft, verzweifelt und leer.“ Ziel des Coachings ist es, den Klienten für die Ursachen und Zeichen der Überlastung zu sensibilisieren und mit ihm förderliche Verhaltensmuster, Denkweisen und Wertmaßstäbe zu entwickeln und einzuüben.
 
 Wertschätzend und zielgerichtet unterstützt Maria Dahms ihn dabei, konkrete Lösungs- und Handlungsstrategien zu erarbeiten, mit denen er Körper, Geist und Seele wieder in ein gesundes Gleichgewicht bringen kann. Das Coaching verhilft dem Klienten dazu, die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu erkennen, seine Ressourcen zu aktivieren und neue Perspektiven für sich zu entwickeln.
 
 „Häufig fühlen sich meine Klienten schon nach ein paar Sitzungen in der Lage, selbstständig ihren eingeschlagenen Weg in die gewünschte Richtung weiter zu gehen“, so Maria Dahms. „Von der Anfrage bis zum ersten Coaching dauert es in der Regel nicht länger als 2-3 Wochen“, versichert Maria Dahms und verweist auf die relativ kurzen Wartezeiten. So kann sie nicht nur stressgeplagten Menschen, sondern auch Burnout-Betroffenen, die keine Psychotherapie in Anspruch nehmen möchten oder aber auf einen Therapieplatz warten müssen, kurzfristig kompetente Unterstützung anbieten.

http://www.openpr.de/news/857825/Burnout-Coaching-Praevention-statt-Eskalation.html