Work-Life-Balance: Wissenschaftler fordert drei Tage Wochenende

(07. September 2015) 4 Tage arbeiten, 3 Tage Wochenende!

Gegen diesen Vorschlag hätte wohl niemand etwas: Ein britischer Wirtschafts-Professor fordert die Einführung eines verlängerten Wochenendes für alle Arbeitnehmer. Vier Tage arbeiten, drei Tage frei - das wäre doch was, oder? Die Reform soll bewirken, dass wir effektiver arbeiten.

In Zeiten, in der eine Work-Life-Balance angestrebt und doch selten erreicht wird, fordert David Spencer, Professor für Wirtschaft an der University of Leed, ein 3-Tage-Wochenende und 30 statt 40 Arbeitsstunden pro Woche. Studien zeigen, dass viele Mitarbeiter am Ende einer Woche mürbe und unglücklich sind. Als Folge hat sich eine neue Volkskrankheit etabliert: Burn-Out. Der Stress im Job steigert das Risiko für einen Schlaganfall, Diabetes Typ 2 oder Herzerkrankungen.

Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist daher sehr wichtig. Spencer wünscht sich, dass Mitarbeiter ihr Leben wieder genießen sollen und glaubt, dass dies durch eine Verlängerung des Wochenendes erreicht werden kann. Denn nur wer erholt an den Arbeitsplatz kommt, kann auch hundert Prozent geben.


Noch klingt das Ganze nach Utopie

In seinem Aufsatz 'Die ökonomische Zukunft unserer Enkel' von 1930, beschrieb Ökonom John Maynard Keynes, wie das Arbeitsleben in 100 Jahren aussehen könnte. Er hatte die Vorstellung, dass die Menschen im Jahre 2030 mit einer 15-Stunden-Woche auskämen, da der technische Fortschritt die Arbeitnehmer entlasten würde.

Andere Experten sind weniger optimistisch, was das 4-Tage-Wochen-Modell angeht. "Ob das automatisch zu einer besseren Gesundheit führt, ist für mich sehr zweifelhaft", sagt Psychotherapeut Dr.Manfred Nelting. Erholung entsteht ja nicht durch Rumsitzen. Die hinzugewonnene Freizeit sollte genutzt werden, um Krankheiten wie Schlaganfällen oder Herzinfarkten vorzubeugen - am besten durch Bewegung.

Noch klingt das Ganze mehr nach Utopie. Vielleicht auch, weil für die Umsetzung alle Beteiligten daran glauben müssen.

http://www.frauenzimmer.de/cms/work-life-balance-wissenschaftler-fordert-drei-tage-wochenende-2439609.html

Krankenstand, Papierberge, Alkohol: Wie können Arbeitgeber psychische Gefährdungen erkennen?

(07. September 2015) Seit Juni 2015 ist in Deutschland die novellierte Betriebssicherheitsverordnung in Kraft. Sie berücksichtigt erstmals auch psychische Belastungen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln. Doch schon seit 2013 sind Arbeitgeber laut Arbeitsschutzgesetz dazu verpflichtet, regelmäßig psychische Gefährdungen für ihre Mitarbeiter im Unternehmen zu beurteilen und dies auch zu dokumentieren – gar nicht so einfach. Denn wie kann der Arbeitgeber psychische Belastungen erkennen? Die Interessenvereinigung Wenza Ewiv nennt die wichtigsten Hinweise.

Ob ein Mitarbeiter überlastet ist, ob er sich gestresst oder auch unterfordert fühlt, wird er in den wenigsten Fällen seinem Arbeitgeber direkt mitteilen. Vorgesetzte müssen deshalb genau hinschauen, um mögliche Gefährdungen und Belastungen erkennen und dokumentieren zu können. Wenn sie dieser Verpflichtung nicht nachkommen, drohen Bußgeldzahlungen.

Krankenstand und Arztbesuche
Das einzige harte Indiz, um psychische Belastungen der Mitarbeiter aufzuspüren, ist der Krankenstand. Wenn die Zahl der Fehltage rasant ansteigt, sollten beim Arbeitgeber die Alarmglocken schrillen. Denn Krankheit ist nicht nur für die Betroffenen schlimm. Auch für das Unternehmen bedeuten die Fehlzeiten Einbußen – finanziell und im Arbeitsablauf. Dabei ist je nach Branche die durchschnittliche Anzahl von Fehltagen unterschiedlich: Im Verwaltungsbetrieb sind fünf Prozent bereits dramatisch, im gewerblichen Bereich sind diese hingegen noch vertretbar. Statistiken über den Krankenstand einzelner Branchen veröffentlichen die Krankenversicherungen regelmäßig. Auch wenn Mitarbeiter häufiger zum Arzt gehen als üblich, sollten Arbeitgeber aufmerksam werden.

Papierberge und Überstunden
Projekte, die nicht wie geplant zu Ende geführt werden, oder Papierberge, die sich auf dem Schreibtisch häufen, sind weitere deutliche Hinweise auf eine Überforderung des Mitarbeiters. Schafft er seine Aufgaben nicht in der vorgegebenen Zeit und muss laufend Überstunden machen, könnte das an einer psychischen Überlastung liegen. Arbeitgeber sollten dann auch darauf achten, ob der Mitarbeiter angespannt wirkt. Kommt er regelmäßig müde zur Arbeit? Oder schafft er noch die Balance zwischen Anspannung und Entspannung?

Drogen und Alkohol
Häufig reagieren Menschen auf übermäßige Belastungen mit dem Konsum von Rauschmitteln und Drogen. Ein Warnsignal für psychische Gefährdungen ist es deshalb, wenn ein Mitarbeiter regelmäßig viel Alkohol trinkt und verkatert zur Arbeit kommt. Aber auch starkes Rauchen kann ein Hinweis auf zunehmenden Stress sein.

Wenn der Arbeitgeber Anzeichen psychischer Überlastung erkennt, muss er sich fragen, ob die Ursache dafür im Unternehmen liegt. Risiken im Betrieb können zum Beispiel unattraktive Aufgaben, eine schlechte Arbeitsorganisation, schwierige soziale Bedingungen – wie Mobbing oder Konflikte mit dem Vorgesetzten – oder ein problematisch gestalteter Arbeitsplatz sein. Gefährdungen in diesen Bereichen müssen Arbeitgeber regelmäßig für jeden Mitarbeiter beurteilen und dokumentieren. Tun sie das nicht, können sie persönlich haftbar gemacht werden.

Maßnahmen, um die Gefährdungen zu reduzieren, sind zum Beispiel
· eine neue Aufgabenverteilung,
· veränderte Arbeitsprozesse,
· oder eine andere Gestaltung des Arbeitsplatzes.

Wenn soziale Konflikte bestehen, können Gespräche mit den Betroffenen, eine neue Zusammenstellung der Teams oder veränderte Dienstpläne helfen. „Je nach Einzelfall ist die Lösung unterschiedlich“, erklärt Kent Schwirz von der Wenza Ewiv. Die unabhängige Interessenvereinigung hilft Unternehmen unter anderem dabei, die gesetzlichen Anforderungen an den Arbeitsschutz einzuhalten. „Der Gesetzgeber achtet aber genau darauf, ob Unternehmen Gefährdungen überhaupt erkennen, dokumentieren und Gegenmaßnahmen ergreifen.“

Sehr viel schwieriger ist es für Arbeitgeber, bei Belastungen zu helfen, die ihren Ursprung im Privaten haben. Trennungen, Krankheit oder finanzielle Probleme nehmen die Mitarbeiter oft so stark mit, dass auch ihre Arbeitsleistung beeinträchtigt ist. „Coaching-Angebote für die Mitarbeiter haben sich als gute Möglichkeit erwiesen, um psychische Gefährdungen aufzuspüren und gleichzeitig Unterstützung zu liefern. Die klassische Mitarbeiterbefragung hingegen liefert meist ein verzerrtes Bild“, sagt Kent Schwirz. „Wenn Unternehmen zum Beispiel im Intranet oder auf einem speziellem Online-Portal Coachings und anonyme Beratung anbieten, kann das für die Mitarbeiter eine wichtige Anlaufstelle sein. Gleichzeitig beweisen Unternehmen damit, dass sie psychische Gefährdungen ernst nehmen und richtig darauf reagieren. Dazu liefern die Anfragen der Mitarbeiter wertvolle Hinweise – auch, wenn sie anonymisiert sind.“

www.wenza.de

Anonyme Online-Selbsthilfe bei Alkoholproblemen

(01. September 2015) Für alle, die ihren Alkoholkonsum reduzieren oder völlig beenden möchten, gibt es ein leicht zugängliches Online-Selbsthilfeprogramm. In Deutschland trinken über 15 Millionen Menschen* mehr Alkohol als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als gesundheitlich unbedenklich eingeschätzt wird: Für Männer gilt ein Maximum von zwei Gläsern und für Frauen ein Glas pro Tag. Darüber hinaus raten Suchtexperten an mindestens zwei Tagen pro Woche keinen Alkohol zu trinken, um einer Gewöhnung vorzubeugen.

Freie Wahl des Ziels
Die Betreiber des Online-Selbsthilfeprogramms möchten Betroffene erreichen, die trotz eines kritischen Alkoholkonsums bislang noch keine Hilfe gesucht haben. Anders als in der Behandlung, kann im Selbsthilfeprogramm ein eigenes Veränderungsziel gewählt werden: Betroffene, die bei der Teilnahme feststellen, dass eine Abhängigkeit vorliegt, erhalten Hinweise zur Behandlung und entsprechende weiterführende Links.

Behandlungslücke
Die Suchtexperten Dr. Johannes Lindenmeyer, Direktor der salus klinik Lindow, und Peter Missel, Präsidiumsmitglied des Wissenschaftsrates der AHG Allgemeinen Hospitalgesellschaft, haben große Erwartungen an das Programm: “In Deutschland gibt es eine riesige Behandlungslücke bei Alkoholproblemen, die wir mit diesem leicht zugänglichen Hilfsmittel überbrücken können. Aus gesundheitsökonomischen Gesichtpunkten ist hierbei entscheidend, dass das Online-Selbsthilfe Programm keine großen Kosten verursacht. Die Teilnehmer können ihren Alkoholkonsum gezielt verändern, bevor ernsthafte Probleme entstehen und teure Behandlungsverfahren erforderlich werden.“

Erfolgsmesser
Das Selbsthilfeprogramm gibt dem Benutzer mit Hilfe eines sogenannten „Erfolgsmessers“ ständig unmittelbare Rückmeldung, wie erfolgreich er bei der Veränderung seines Alkoholkonsums vorankommt. Er erhält Einsicht in seine typischen Trink- und Risikosituationen, lernt mit Verlangen nach Alkohol umzugehen und entwickelt Notfallpläne für Rückschläge. Innerhalb des Selbsthilfeprogramms gibt es ein anonymes Forum, in dem sich die Betroffenen gegenseitig um Rat fragen und/oder sich Unterstützung geben können. Zudem erhalten die Teilnehmer per E-Mail täglich Erinnerungen und wöchentlich eine Übersicht über ihre bisherigen Ergebnisse. Das Forum kann nach Ablauf der Programmteilnahme vorerst unlimitiert und kostenlos weiter genutzt werden.

Selbsttest
Bisher haben ca. 4.000 Menschen an diesem, von der WHO entwickelten, Selbsttest im Internet teilgenommen. Jeder Teilnehmer erhält eine persönliche Rückmeldung. Demnach könnten etwa 50 Prozent dieser Betroffenen von der Online-Selbsthilfe profitieren.

Kostenlos testen
Das Selbsthilfeprogramm kann eine Woche lang kostenlos getestet werden. Erst danach entscheidet der Nutzer, ob er am sechswöchigen Programm teilnehmen möchte. Dieses kostet einmalig 19,95 Euro - ungefähr soviel wie ein Selbsthilfebuch.

Dauerhaftes ModellDurch die Gebühren können die Betreiber den Teilnehmern von „Online Selbsthilfe“ bei Bedarf weitere technische und inhaltliche Unterstützung anbieten. Außerdem möchten sie damit in neue Entwicklungen und ständige Verbesserungen investieren.

Zusammenarbeit
Das Selbsthilfeprogramm wird unterstützt von der salus kliniken GmbH und der AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft AG – in Zusammenarbeit mit den holländischen Entwicklern des Programms, dem renommierten Jellinek Institut für Suchthilfe (Teil der Arkin Holding B.V., Amsterdam), und der holländischen EDV-Firma Mas Outreach Projecten B.V.

Die Teilnahme erfolgt anonym über die Webseite www.selbsthilfealkohol.de.

*Quelle: http://www.dhs.de/datenfakten/alkohol.html

Doping im Job: Leistung um jeden Preis? Drogenbeauftragte der Bundesregierung besuchte Klinik Tönisstein

(31. August 2015)  Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, besuchte die AHG Klinik Tönisstein. Im Zentrum standen die aktuellen Themen „Doping im Beruf“ und „Lifestyledrogen“. Aktuellen Studien zufolge ist der Anteil der Berufstätigen, die zur Leistungssteigerung im Beruf Medikamente einnehmen, deutlich angestiegen.

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