Stark und entspannt in 2016 - dem Burnout keine Chance

(30. Dezember 2015) Johannes Schulte, Coach und Personalentwickler, verrät die fünf wichtigsten ersten Schritte, um das Jahr 2016 stark und entspannt zu erleben statt auszubrennen.Der Terminkalender wird immer voller, der Mensch immer gestresster und die Energie immer weniger. Viele Menschen fühlen sich gestresst und erschöpft. Aber das muss nicht sein. Diese ersten fünf Schritte helfen Ihnen, dass Sie das Jahr 2016 wesentlich entspannter und stärker erleben. Die fünf Schritte zu einem starken Jahr.

1. Schätzen Sie sich auf einer Skala von 1-10 ein.
Bei 10 können Sie Bäume ausreißen und sind topfit. Unter 4 wird es brenzlig. Wie schätzen Sie sich ein? Wo befinden Sie sich? Denn nur, wenn wir uns wirklich bewusst werden, wie es uns geht und wo wir uns befinden, werden wir die Richtung ändern können.

2. Fragen Sie sich: Wie wird es mir gehen, wenn ich genau so weitermache wie bisher?
Wir alle befinden uns in einem Prozess. Die Frage ist, ob wir immer ausgebrannter und erschöpfter werden oder bereits auf dem Weg hin zu mehr Stärke und Gelassenheit sind. In welcher Richtung sind Sie unterwegs? Klar ist, dass Sie Schmerzen und einen Burnout auf jeden Fall vermeiden wollen. Stattdessen möchten Sie Ihre Leistungsfähigkeit und Ihre Lebensqualität verbessern, richtig? Sind Sie bereits in der richtigen Richtung unterwegs?

3. Träumen Sie davon, wie es sein könnte.
Wenn wir unsere gewünschte Zukunft so intensiv und klar wie möglich vor Augen haben, gibt uns das viel Motivation und Stärke. Malen Sie sich deshalb klar und deutlich vor Augen, was sein könnte, wenn Sie bald schon viel stärker, gelassener und mit mehr Energie durchs Leben gehen.

4. Treffen Sie eine bewusste Entscheidung und stecken Sie Ihr Ziel fest.
 "Der Tag, an dem du eine Entscheidung triffst, ist ein Glückstag", so ein japanisches Sprichwort. Und in der Tat zeichnet alle erfolgreichen Menschen aus, dass sie wichtige Entscheidungen schnell und entschlossen treffen. Deshalb entscheiden Sie sich ebenfalls ganz bewusst gegen den Stress und für mehr Entspannung und innere Leuchtkraft.

5. Tun Sie HEUTE bereits etwas, das Sie dem Ziel näherbringt.
Die Geschwindigkeit der Umsetzung einer Entscheidung hat enorme Auswirkungen auf ihren Erfolg. Wirkliche Veränderungen erleben Sie dann, wenn Sie direkt nach der Entscheidung den ersten Schritt tun, Dinge angehen und dann Schritt für Schritt weitergehen. Tun Sie deshalb am besten JETZT etwas, das Sie dem Ziel näher bringt und Sie in Ihrer Entscheidung stärkt. Bestellen Sie ein Buch, sprechen Sie mit Ihrem Partner, machen Sie für die nächsten zwei Wochen einen Termin mit sich selbst, um weiter in Ruhe darüber nachzudenken. Tun Sie etwas, sonst tut sich nichts.

Eine Hilfe für die nächsten Schritte bietet Ihnen das kostenlose Ebook , das Johannes Schulte auf seiner Webseite anbietet. In diesem Ebook erzählt er seine eigene Geschichte, wie er 2006 selbst ein Burnout erlebte und wie er heute wesentlich entspannter und stressfreier lebt. Auf 30 PDF-Seiten gibt der heutige Coach und Personalentwickler konkrete Tipps weiter, wie Sie sich selbst stärker und entspannter coachen statt ausbrennen.
 
http://www.starkwerden.eu

Neuer Test macht Burnout früher erkennbar

(06. November 2015) Die Zahl der Burnout-Fälle nimmt weiter zu. Schweizer haben jetzt einen Test erprobt, mit dem die Diagnose zuverlässiger werden soll. Stress, Druck, Verantwortung – viele Menschen sind dem alltäglichen und insbesondere beruflichen Leben kaum mehr gewachsen. Die Folge: ein Burnout. Die Zahl der Betroffenen steigt stetig an, die Diagnose ist heikel. Oft werden die Symptome mit jenen einer Depression verwechselt. Eine falsche Behandlung der jeweiligen Krankheit kann fatale Auswirkungen haben. Ein Burnout rechtzeitig zu erkennen, ist zudem nicht ganz einfach. «Die Folgen für die Gesundheit sind erst später sichtbar», erklärt Patrik Hunziker, Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin (Ifa) der Romandie, «24Heures». «Eine Person kann jahrelang unter einer extremen Spannung leben, ohne dies zu realisieren. Irgendwann erhält sie plötzlich die Quittung dafür.»

Eine Diagnose war für Ärzte bisher besonders schwierig. Sie mussten sich auf die Aussagen stützen, die die Patienten machten – oft nicht ganz wahrheitsgetreu und marginalisierend. Deshalb haben sich die Forscher des Ifa jetzt eine neue Technik unter die Lupe genommen, die in Österreich entwickelt worden ist. Dabei wird der Rhythmus der Herzfrequenz gemessen. Während 24 Stunden werden die Patienten so überwacht. Danach können die Entwickler bestimmen, ob Stress bereits ein Problem ist.

Vitale Verfassung messen

Die Methode wurde jetzt in der Schweiz getestet. Insgesamt 800 Angestellte von vier Unternehmen haben einen Tag lang ein EKG-Gerät getragen und sind ihren üblichen Aktivitäten nachgegangen. In dieser Zeit zeichnete der Herzfrequenzmesser den Herzrhythmus, Abweichungen und Atmung auf. Anhand dieser Daten können die Spezialisten erkennen, wie es um das Gleichgewicht des Sympathikus und des Parasympathikus steht. Ersterer ist jene Komponente des vegetativen Nervensystems, der für die Energie, Stimulation und Wachsamkeit verantwortlich ist. Der Gegenpol dazu ist der Parasympathikus, der die Ruhephasen, die Regeneration und den Schlaf regelt.

Sind die beiden Komponenten im Ungleichgewicht, kann es zur Ermüdung kommen. «Diese Informationen zeigen, in welcher vitalen Verfassung man ist», sagt Hunziker. Zwar würden die Daten nur während 24 Stunden erhoben, sie sind allerdings ein Ergebnis eines langen Prozesses. «Die Tatsache, dass man vergangene Nacht gut oder schlecht geschlafen hat, spielt beim Test keine Rolle.»

Unterscheidung zwischen Burnout und Depression möglich

Der Versuch mit den Angestellten hat Interessantes gezeigt: Während einige angaben, noch Durchhaltevermögen zu besitzen, zeigten die Ergebnisse, dass ihr Körper bereits deutlich ermüdet war.

Fallen die Werte weniger gut aus, können verschiedene Massnahmen ergriffen werden. Die Patienten erhalten beispielsweise Tipps, wie sie sich erholen können. Im schlimmsten Fall müssen die Experten die Betroffenen von ihrer Arbeit freistellen. Im Gegensatz zu heute habe der Test nämlich einen wesentlichen Vorteil: «Er erlaubt, zwischen Burnout und Depression zu unterscheiden. Im ersten Fall zeigen unsere Daten, dass der Patient seine vitale Energie buchstäblich ausgeschöpft hat.» Das ist wichtig: Während bei einem Burnout die Arbeit schadet, kann sie bei Depressionen für Struktur und Sicherheit sorgen.

Hunziker hofft nun, dass auch andere Unternehmen ihren Angestellten diese Therapie ermöglichen. Sie kostet rund 500 Franken und wird von einige Krankenkassen übernommen. Um eine körperliche Verbesserung im Auge behalten zu können, wird der Test mehrere Male wiederholt.

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Neuer-Test-macht-Burnout-frueher-erkennbar-19609099

TÜV Rheinland: Traumatische Erfahrungen im Beruf können jeden treffen / Hilfsangebote für betroffene Mitarbeiter

(09. Oktober 2015)  Ein Arbeitsunfall ist für die Kollegen immer ein Schock. Glücklicherweise sind tödliche Arbeitsunfälle vergleichsweise selten: 2014 kam es nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zu 473 solcher Ereignisse. Prinzipiell kann jeder am Arbeitsplatz mit einer belastenden Situation konfrontiert werden. Erhöht ist das Risiko bei Arbeitnehmern, die mit Geld umgehen.

Auch Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altenheimen oder Mitarbeiter in Ämtern und Behörden kennen Übergriffe von Patienten oder Kunden.Kristina Soldo, Psychologin bei TÜV Rheinland: „Verschiedene Erlebnisse können ein Trauma auslösen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie eine schwer zu verarbeitende Erfahrung darstellen, die mit intensiver Furcht, Hilflosigkeit und Entsetzen einhergeht. Betroffene berichten, das Schlimmste sei das Gefühl, die Kontrolle über sich und die Situation zu verlieren.“

Reaktionen auf eine belastende Situation wie heftiges Weinen, innere Unruhe, Schreckhaftigkeit oder auch das wiederholte Durchleben des Ereignisses sind in der ersten Zeit normal. „Diese akute Belastungsreaktion sollte allerdings nach fünf bis zehn Tagen abklingen“, so Soldo.

Direkt nach einem traumatischen Erlebnis ist es wichtig, dem Betroffenen Sicherheit zu geben. Das bedeutet, ihn beispielsweise vom Ort des Geschehens weg in einen Nebenraum zu bringen und dort auf seine Bedürfnisse einzugehen. Zwar entlastet auch ein Gespräch. Doch ob, wann und mit wem über das Erlebte gesprochen wird, entscheidet allein der Betroffene. Professionelle Gesprächspartner finden Arbeitnehmer in der externen Mitarbeiterberatung, die einige Unternehmen in Zusammenarbeit mit TÜV Rheinland ihren Beschäftigten anbieten. Stellen die Experten bei den Gesprächen fest, dass beispielsweise eine ambulante Psychotherapie sinnvoll ist, helfen sie bei der Organisation der Maßnahme.

Angriffe durch Kunden, Überfälle und Unfälle sind unvorhersehbare Ereignisse. Aber auch hier ist Prävention möglich: In Krisenpräventionsseminaren bereiten Experten von TÜV Rheinland Führungskräfte und Mitarbeiter auf mögliche Extremsituationen vor.

Weitere Informationen unter www.tuv.com/amd

Konzerne verstärken Burnout-Gefahr mit Tablets und Smartphones

(26. September 2015)  Ein Leben ohne Handy können sich die meisten Jugendlichen kaum noch vorstellen. Fast alle nehmen das Mobiltelefon auch mit zur Schule. Damit sind sie allerdings besonders gefährdet einen „Digitalen Burnout“ zu erleiden, meint der Bonner Forscher Alexander Markowetz. Auch die Wirtschaft habe noch nicht erkannt, was auf sie zukomme. „Derzeit reagieren viele Unternehmen mit ungeeigneten Maßnahmen”, sagt Markowetz. Zahlreiche Konzerne würden dem Zeitgeist folgen, ihre Mitarbeiter mit Tablets und Smartphones ausstatten und ihnen völlige Flexibilität ermöglichen – und so Abhängigkeit und Burnout-Gefahr verstärken. Der Produktivitätsverlust sei immens, und die Krankheitswelle werde sie teuer zu stehen kommen.

Rund 300.000 Personen haben mittlerweile die App “Menthal” heruntergeladen, die im vorigen Jahr von Informatikern und Psychologen der Universität Bonn zu Forschungszwecken entwickelt wurde. Die App zeichnet die Smartphone-Nutzung auf und übermittelt die Daten anonymisiert an die Server der Forscher.

Die 60.000 Datensätze, die bisher ausgewertet wurden, zeichnen ein erschreckendes Bild: Im Durchschnitt aktivierten die Besitzer 53 Mal am Tag ihr Handy. Sie unterbrechen alle 18 Minuten ihre Tätigkeit, mit der sie gerade beschäftigt sind. „Smartphone-Apps funktionieren wie Glücksspielautomaten. Wir betätigen sie immer wieder, um uns einen kleinen Kick zu holen”, sagt Alexander Markowetz, Juniorprofessor für Informatik an der Universität Bonn und Autor des Buches “Digitaler Burnout”, das im Oktober erscheint.

Das Verhalten ist kein exklusiver Tick der Jugend, sondern zieht sich durch alle Altersgruppen und soziale Schichten. „Wir erleben die Entstehung des Homo Digitalis, der einen Großteil seiner Tätigkeiten mittels digitaler Medien abwickelt“, so Markowetz. „Einen Großteil der Zeit verbringen die Menschen mit Social Media-Anwendungen wie Facebook, WhatsApp und Spielen.“ Dramatisch sind dabei besonders die ständigen Unterbrechungen. Sie erlaubten es nie, sich einer Tätigkeit vollauf zu widmen, und verhinderten damit jede Erfahrung von Flow. Die Folgen seien Unproduktivität und ein mangelndes Glücksempfinden. Besonders Jugendliche sind extrem auf ihr Handy fixiert. Die 17- bis 25-jährigen Teilnehmer der Studie nutzten ihr Smartphone noch häufiger – insgesamt drei Stunden. Und das, obwohl ein Großteil ihrer Zeit bereits durch Schule oder Ausbildung in Beschlag genommen ist.

Auch die Wirtschaft habe noch nicht erkannt, was auf sie zukomme. „Derzeit reagieren viele Unternehmen mit ungeeigneten Maßnahmen”, sagt Markowetz. Zahlreiche Konzerne würden dem Zeitgeist folgen, ihre Mitarbeiter mit Tablets und Smartphones ausstatten und ihnen völlige Flexibilität ermöglichen – und so Abhängigkeit und Burnout-Gefahr verstärken. Der Produktivitätsverlust sei immens, und die Krankheitswelle werde sie teuer zu stehen kommen.

Andere Unternehmen würden zwar abends die berufliche Smartphone-Nutzung unterbinden – etwa indem sie Email-Server abstellen. Dies führe aber am eigentlichen Problem vorbei, so der Forscher der Universität Bonn. „Entscheidend sind die ständigen Unterbrechungen im Arbeitsalltag und weniger die abendliche E-Mail.”

Es geht Markowetz nicht darum, Smartphones abzuschaffen oder zu verteufeln. „In einem ersten Schritt haben wir die Geräte geschaffen, in einem zweiten müssen wir uns nun gesunde Umgangsformen angewöhnen“, so der Forscher. Aufklärungskampagnen, Forschungsprojekte oder politische Initiativen seien bisher Mangelware.

Einen Ausweg zeigen erste Vorreiter aus den USA. Dort seien es genau die digitalen Eliten, die nun anfingen, sich digitale Diäten aufzuerlegen. „Die permanente Smartphone-Nutzung ist ein unterbewusster Reflex”, sagt Markowetz. Die Automatismen könne man durch konkrete Techniken loswerden. Etwa, indem man das Schlafzimmer zur Handy-freien Zone erkläre oder die Regel aufstelle, das Smartphone nur auf einem unbequemen Küchenschemel zu nutzen.

Doch der Mensch ist nicht alleine auf der Welt, und nicht alle Unterbrechungen sind selbstverschuldet. Daher, so Markowetz, müssten wir beginnen, in unserer Kommunikation gegenseitig Rücksicht aufeinander zu nehmen und uns eine neue Kommunikationsetikette auferlegen. Und beide Kulturtechniken, Diäten wie Etikette, müssten bereits in der Schule vermittelt werden.

Die Smartphone-Nutzung sei nicht das Ende der Entwicklung, sondern erst der Anfang. Schon jetzt werde das Internet in Spielzeug, Brillen und Uhren integriert. Markowetz: „Wir brauchen dringend eine gesellschaftliche Debatte und einen interdisziplinären Austausch in der Wissenschaft, um zu verstehen, was die Digitalisierung mit unseren Psychen macht.” (pm)


http://www.news4teachers.de/2015/09/informatikprofessor-smartphones-machen-abhaengig-unproduktiv-und-ungluecklich/